Der Witterungsverlauf
Auch heuer hat es uns das Wetter nicht gerade einfach gemacht. Der Winter verlief eher durchschnittlich. Untypisch waren die sehr kalten Phasen, die immer wieder von sehr milden Tagen abgelöst wurden. Auf den sehr feuchten März folgte ein extrem warmer und zu trockener April. Im Mai war es allerdings wieder kühler, begleitet von reichlichen Niederschlägen zu Monatsende. Der Juni sorgte für Rekordniederschläge. Mit teilweise der drei- bis vierfachen Regenmenge war dieser Monat der feuchteste Juni seit 50 Jahren. Der Regen zur Blüte sorgte von Beginn an für eine geringere Traubenanzahl am Stock. Auch im Juni setzte sich der Trend zu einem regenreichen, aber warmen Sommer fort. Der heiße und vorwiegend trockene August förderte die Färbung und Zuckereinlagerung in den Trauben.
Der Vegetationsverlauf
Durch die Niederschläge des Frühsommers konnten Parallelen zum Vorgängerjahrgang erkannt werden. Wir stellten uns der Herausforderung und hielten mit viel Laubarbeit Pilzkrankheiten in Schach. Vor weiteren Ausfällen blieben wir allerdings verschont. Auch der Hagel ging glücklicherweise an uns vorüber. Das Unwetter am 23. Juli streifte uns nur marginal. Das kühle Wetter zu Beginn des Sommers und der Regen waren zwar nicht ideal, der schöne Spätsommer und auch der Herbstbeginn sorgten allerdings für den letzten Reifeschub und die damit verbundenen sehr guten Traubenqualitäten. Der Altweibersommer bot uns warme Tage und kühle Nächte. Dadurch konnten die Trauben eine hohe Ausreifung sowie eine gute Aromabildung erzielen.
Am 14. September konnten wir mit der Ernte beginnen. Neben der Ernte des Müller Thurgaus wurden bis Ende September auch erste Selektionen vom Grünen Veltliner gelesen. Die Lese erfolgte mit einem gut eingeschulten Leseteam fast ausschließlich händisch. Dennoch haben wir auch heuer wieder eine neue Lesemaschine - ausgestattet mit der modernsten Technik für eine besonders schonende Lese - ausprobiert. Anfang Oktober begann die Haupternte. Die warme, trockene Witterung des Oktobers sorgte für eine optimale Reife der Trauben. Der Ertrag war allerdings um etwa 15 Prozent niedriger als im vergangenen Jahr, was den 2009er zu einem sehr knappen, aber qualitativ hochwertigen Jahrgang machte.
Die Weine
Die Weißweine zeigen sich mit ihrer schönen Dichte sowie den optimalen Säurewerten von ihrer besten Seite. Die Trauben profitierten hier von den kühlen Nächten des Septembers. Der Grüne Veltliner "Alte Rebe" ist mit 12,0 Vol. % Alkohol wieder unser pointierter Sommerwein. Weiters können wir aus unserer ältesten Riede "Hofgarten" einen Weinviertel DAC präsentieren. Der Lösboden mit seinen fossilen Einlagerungen sorgt für pfeffrige Würze mit schotigen Untertönen und extraktreichem Abgang im Wein.
Pikant mit sehr begehrten Steinobstanklängen und lebendiger Säure präsentiert sich der Riesling aus der reinen Südlage "Schöberl". Der Weiße Burgunder zeigt seine typisch nussigen Anklänge aus der eher sandigen Südlage "Satzl". Auch unser Traminer ist durch den extrem trockenen Ausbau aus der fruchtigen Lage "Sitzenharter" mit seinem charakteristischen würzigen Aroma ein würdiger Vertreter unseres Hauses.
Von unseren heuer geernteten Rotweinen Blauer Portugieser und Zweigelt, die erst nächstes Jahr in Flaschen gefüllt werden, ist ein qualitativ großer Jahrgang mit viel Frucht und Dichte zu erwarten. Bereits gefüllt sind die gleichnamigen Sorten des Jahres 2008, welche besonders fruchtbetont und aufgrund der frühen Reife gegenüber anderen Sorten in ihrer Qualität begünstigt sind.
Es macht wie immer Freude, Reiter-Weine zu trinken. Da wir uns - der Linie des Hauses entsprechend - mit trockenen, lebendigen und doch harmonischen Weinen treu bleiben. Die Weine bringen die regionaltypischen Eigenheiten unseres Lösses und fossilen Muschelkalk betonten Terroirs zum Ausdruck und bereiten dem Gaumen viel Genuss.
Wir dürfen uns über die hohen Qualitäten sehr freuen und laden Sie deshalb herzlich ein, sich ebenso davon zu überzeugen. Aufgrund der geringeren Erntemengen empfehlen wir allerdings, mit der Verkostung nicht allzu lange zu warten.